Bürgschaftsbank Hessen
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Archiv für die Kategorie: Allgemein

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Bürgschaftsbank Hessen sieht hessische Wirtschaft stabil

Allgemein, News, Pressemitteilungen

2022 rund 194 Millionen Euro Investitionen & Liquidität ermöglicht / 2.453 Arbeitsplätze neu geschaffen oder gesichert / weniger Zahlungsausfälle / Bürgschaften auf 2 Mio. Euro erhöht / sehr unterschiedliche Halbjahre

Wiesbaden. Das Jahr 2022 war auch für die Bürgschaftsbank Hessen außergewöhnlich. Während im ersten Halbjahr so viele hessische Unternehmen wie nie Unterstützung bei der Bürgschaftsbank fanden, ging das Volumen im zweiten Halbjahr merklich zurück. Im Ergebnis erreichte die Bürgschaftsbank dennoch eines der besten Ergebnisse ihrer Geschichte.

Im vergangenen Jahr konnte die Bürgschaftsbank Hessen 173 Vorhaben hessischer Unternehmen besichern, übernahm 72,5 Millionen Euro an Bürgschaften und Garantien und ermöglichte so 194 Millionen Euro Investitionen und Liquidität, indem sie fehlende Sicherheiten ersetzte. Insgesamt stieg der Bestand an Bürgschaften und Garantien auf ein Allzeithoch von 350 Millionen Euro.

Zum 1. Januar 2023 wurde die Obergrenze für Bürgschaften auf zwei Millionen Euro erhöht, dadurch können (bei einer 80%-Quote) nun Finanzierungen bis zu 2,5 Millionen Euro abgesichert werden.

Der Blick auf die beiden Halbjahre 22 fällt sehr unterschiedlich aus: Im ersten Halbjahr gab es noch ein attraktives Corona-Sonderprogramm (bis 30.4.), die Wirtschaft erholte sich sichtlich und manche Investition wurde nachgeholt. Dann überfiel Russland die Ukraine, die Energiepreise explodierten, Unsicherheit machte sich breit. Dies sorgte auch für rückgehende Anträge bei der Bürgschaftsbank, denn wenn Unternehmen existenzielle Fragen plagen, brauchen sie weniger Sicherheiten für Kredite als direkte Unterstützung in Form von Zuschüssen.

Andererseits sorgten die klaren politischen Signale zum Jahresende zur Energiepolitik wieder für etwas Beruhigung, so dass die befürchtete Rezession und davon ausgelöste Insolvenzwelle auch 2022 ausblieb. Entgegen den Erwartungen verzeichnete die Bürgschaftsbank 2022 sogar weniger Ausfälle als in den Vorjahren. Fazit aus Sicht der Bürgschaftsbank: Die Anstrengungen der Politik zur Bestandssicherung der hessischen Wirtschaft scheinen gegriffen zu haben.

Der Ausblick auf 2023 fällt vorsichtig aus. Grundsätzlich hat sich die hessische Wirtschaft in den vergangenen Krisenjahren als recht stabil erwiesen, auch die Zahl der Gründungen ist nicht eingebrochen. Dennoch haben die Pandemie und die Energiekrise Spuren hinterlassen, die Entwicklungen der kommenden Monate sind nur bedingt planbar, so dass die Bürgschaftsbank in manchen Branchen vermehrt Ausfälle erwartet und in der Risikovorsorge weiterhin sehr vorsichtig agiert.

 

Die Bürgschaftsbank Hessen (BB-H) ist privatwirtschaftlich organisiert, ihre Gesellschafter sind Kammern und Verbände Hessens, dazu Institute der Kredit- und Versicherungswirtschaft. Die BB-H arbeitet wirtschaftlich, aber nicht primär gewinnorientiert. Als Teil der Förderlandschaft wird die Bürgschaftsbank aber auch von der öffentlichen Hand unterstützt: Der Bund und das Land Hessen übernehmen so genannte Rückbürgschaften, tragen also einen Teil des Risikos der Bürgschaftsbank. Volkswirtschaftlich gesehen eine gute Investition.

Mit einer Bürgschaft oder Garantie der Bürgschaftsbank werden viele Investitionen erst ermöglicht, zudem werden Bankdarlehen preiswerter, da die Bürgschaft der BB-H aus Sicht der Hausbanken eine erstklassige Sicherheit darstellt.

 

Details zu allen Angeboten der Bürgschaftsbank Hessen auf www.bb-h.de.

 

Über die Bürgschaftsbank Hessen GmbH

Als aktive Selbsthilfeeinrichtung der Hessischen Wirtschaft fördert die Bürgschaftsbank Hessen GmbH (BB-H) seit mehr als 65 Jahren den wirtschaftlichen Erfolg kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Freiberufler. Für Unternehmer, die ein überzeugendes Konzept vorlegen, stellt die Bürgschaftsbank Hessen Bürgschaften für Kredite oder Beteiligungen. Gesellschafter sind Kammern sowie Verbände aus Handel, Industrie und Handwerk, Kreditinstitute und eine Versicherung.

 

Pressekontakt Bürgschaftsbank Hessen:

Guido Augustin

Tel. 06131 / 48948-11

ga@guidoaugustin.com

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png 0 0 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2023-01-13 15:42:172023-02-08 17:32:47Bürgschaftsbank Hessen sieht hessische Wirtschaft stabil

Unsere wichtigsten digitalen Angebote

Allgemein

Neben internen Erleichterungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die systematische Digitalisierung von Prozessen weisen unsere Bemühungen in zwei Richtungen: Sie erleichtern die Kommunikation und den Datenaustausch mit Unternehmen von der Antragstellung bis zum regelmäßigen Datenaustausch sowie die Abstimmung mit den Banken und Sparkassen.

Unternehmen

Für unser Uploadportal genügt eine einmalige Anmeldung, damit Unternehmen binnen 24 Stunden Unterlagen sicher an uns übermitteln können. Dies wird vor allem bei der jährlichen Einreichung von Bilanzen gerne genutzt.

Um eine neue Bürgschaft zu beantragen, gibt es den E-Antrag, der ebenfalls über unsere Webseite bb-h.de aufrufbar ist. Wir haben die komplette Antragsstrecke digitalisiert, inklusive der Einreichung aller notwendigen Unterlagen.

Dabei gilt, dass digitalisierte Prozesse keine vollautomatisierten Prozesse sein müssen, weswegen unsere Firmenkundenbetreuerinnen und -betreuer Unternehmen in jeder Phase beratend und unterstützend zur Seite stehen.

Banken und Sparkassen

Mit den Hausbanken unserer Kunden tauschen wir regelmäßig Daten und Informationen aus und überprüfen die Bestände. Dafür haben wir schon vor geraumer Zeit die E-Saldenmitteilung eingeführt. Über unser Dienstleistungsportal läuft die vollständig verschlüsselte elektronische Kommunikation, werden Daten und Dokumente übermittelt. Dafür braucht es keine separate Installation, die Anwendung läuft in gängigen Internet- Browsern.

Die bei uns eingebuchten Bestände übertragen wir ins Dienstleistungsportal. Die angeschlossenen Banken und Sparkassen rufen die Vertrags- informationen dort auf und bearbeiten sie direkt. Wir sparen so viel Papier, die elektronischen Unterlagen können einfach in die Dokumentenmanagement-Systeme der Kreditinstitute übertragen werden. Mittlerweile nutzen schon über 70 Prozent unserer Hausbanken- Partner dieses elegante Werkzeug.

Hausbankpartner wenden sich bitte an saathoff@bb-h.de

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2022/10/saathoff-e1665511009873.jpg 443 876 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2022-10-11 19:56:572022-10-11 19:56:57Unsere wichtigsten digitalen Angebote

Ukraine-Krieg: Bürgschaftsbank Hessen unterstützt Unternehmen

Allgemein, News, Pressemitteilungen

Sonderprogramm zur Besicherung von Krediten aufgelegt / bis zu drei Millionen Euro möglich

Wiesbaden. Die Bürgschaftsbank Hessen unterstützt Unternehmen, die von den Folgen des Krieges in der Ukraine betroffen sind. Sie verbürgt notwendige Kredite für Investitionen oder Betriebsmittel, so dass bankübliche Sicherheiten ersetzt werden können. Bei einem Bürgschaftshöchstbetrag von 2,5 Millionen Euro und einer maximalen Bürgschaftsquote von 80 Prozent sind so Finanzierungen bis zu drei Millionen Euro darstellbar.

Zugang zu diesem Programm haben hessische Unternehmen, deren Umsatz durch den weggebrochenen Absatzmarkt in Russland, Belarus oder der Ukraine stark zurück gegangen ist, die Produktionsausfälle in diesen Ländern verkraften müssen oder deren Produktionsstätten geschlossen wurden, deren Produktion wegen fehlender Rohstoffe oder Vorprodukten aus diesen Ländern stark zurückging oder die überproportional von steigenden Energiekosten betroffen sind.

Details zum Ukraine-Sonderprogramm und Ansprechpartner auf www.bb-h.de/ukraine

Über die Bürgschaftsbank Hessen GmbH

Als aktive Selbsthilfeeinrichtung der Hessischen Wirtschaft fördert die Bürgschaftsbank Hessen GmbH (BB-H) seit mehr als 65 Jahren den wirtschaftlichen Erfolg kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Freiberufler. Für Unternehmer, die ein überzeugendes Konzept vorlegen, stellt die Bürgschaftsbank Hessen Bürgschaften für Kredite oder Beteiligungen. Gesellschafter sind Kammern sowie Verbände aus Handel, Industrie und Handwerk, Kreditinstitute und eine Versicherung.

 

Pressekontakt Bürgschaftsbank Hessen:

Guido Augustin

Tel. 06131 / 48948-10

ga@guidoaugustin.com

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png 0 0 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2022-07-02 10:39:352022-07-02 10:39:35Ukraine-Krieg: Bürgschaftsbank Hessen unterstützt Unternehmen

Bürgschaftsbank Hessen beschließt erfolgreiches Geschäftsjahr 2021

Allgemein, News, Pressemitteilungen

Bürgschaftsbank Hessen beschließt erfolgreiches Geschäftsjahr 2021

189 Millionen Euro Investitionen & Liquidität in 2021 ermöglicht / Ukraine-Sonderprogramm genehmigt / Geschäftsbericht veröffentlicht

Wiesbaden. Die Gesellschafter der Bürgschaftsbank Hessen, Kammern und Verbände Hessens, dazu Institute der Kredit- und Versicherungswirtschaft, haben den erfreulichen Jahresabschluss 2021 genehmigt. Im vergangenen Jahr konnte die Bürgschaftsbank Hessen 216 Vorhaben hessischer Unternehmen besichern, übernahm 76 Millionen Euro an Bürgschaften und Garantien und ermöglichte so 189 Millionen Euro Investitionen und Liquidität, indem sie fehlende Sicherheiten ersetzte.

Der kumulierte Bestand an Bürgschaften und Garantien betrug zum Jahreswechsel 335 Millionen Euro, ein neuer Höchstwert. Insgesamt war das Ergebnis des Jahres 2021 das zweithöchste Ergebnis der über 65-jährigen Geschichte der Bürgschaftsbank Hessen.

„Die Gesellschafter und der Aufsichtsrat sind sehr zufrieden mit dem Jahresergebnis der Bürgschaftsbank Hessen“, sagt Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (vhu) und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bürgschaftsbank Hessen, „in einer schwierigen Zeit war die Bürgschaftsbank da, als sie gebraucht wurde und hat die hessische Wirtschaft tatkräftig unterstützt. Wir sind zuversichtlich, dass dies auch im aktuellen Jahr 2022 gelingt.“

 

Ukraine-Sonderprogramm aufgelegt

Der Aufsichtsrat trug in Wiesbaden seinen Teil dazu bei und genehmigte die Sonderprogramme zur Unterstützung von Unternehmen, die von den Folgen des Krieges in der Ukraine betroffen sind. Ab sofort können heimische Unternehmen für die Finanzierung ihrer Liquidität Sicherheiten in Form von Bürgschaften bekommen, wenn sie beispielweise durch Produktausfälle, Lieferengpässe oder hohe Energiekosten unter Druck geraten sind.

Für das laufende Jahr 2022 rechnet die Geschäftsleitung mit einem stabilen Ergebnis: „Wir haben während der Pandemiejahre gesehen, wie stabil die hessische Wirtschaft doch ist“, sagt Sven Volkert, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen, „eine von manchen prognostizierte Insolvenzwelle blieb aus – und wir rechnen auch in naher Zukunft nicht damit. Zwar sehen wir, dass viele Branchen durch die aktuelle Entwicklung in Osteuropa unter Druck geraten, doch insgesamt ist die Lage aktuell relativ stabil“.

Teil des Geschäftsmodells der Bürgschaftsbank ist es auch, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu bürgen, auch wenn dies tendenziell höhere Ausfälle bedeuten sollte. Für das Jahr 2022 zeichnen sich moderat steigende Ausfälle gegenüber dem Mehrjahresdurchschnitt ab. Diese wurden erwartet und darauf ist das Institut auch gut vorbereitet.

 

Von der hessischen Wirtschaft für die Wirtschaft

Mit einer Bürgschaft oder Garantie der Bürgschaftsbank werden viele Investitionen erst ermöglicht, zudem werden Finanzierungen deutlich preiswerter, da die Bürgschaft der BB-H aus Sicht der Hausbanken eine erstklassige Sicherheit darstellt.

Die Bürgschaftsbank Hessen (BB-H) ist privatwirtschaftlich organisiert, ihre Gesellschafter sind Kammern und Verbände Hessens, dazu Institute der Kredit- und Versicherungswirtschaft. Die BB-H arbeitet wirtschaftlich, aber nicht primär gewinnorientiert. Als Teil der Förderlandschaft wird die Bürgschaftsbank aber auch von der öffentlichen Hand unterstützt: Der Bund und das Land Hessen übernehmen so genannte Rückbürgschaften, tragen also einen Teil des Risikos der Bürgschaftsbank. Volkswirtschaftlich gesehen eine gute Investition.

 

Die Bürgschaftsbank Hessen bietet folgende Produkte an:

Bei der „klassischen Bürgschaft“ führt der Weg zunächst über die Hausbank, bei „Bürgschaft ohne Bank“ hingegen stellen Gründer oder Unternehmensnachfolger, aber auch bestehende Unternehmen, erst einen Antrag bei der Bürgschaftsbank, um sich danach (bei Zusage) die finanzierende Bank zu suchen. Mit der „Express-Bürgschaft“ können Unternehmen bzw. die Hausbanken in der Regel binnen 24 Stunden eine Bürgschaft erhalten. Mit der Leasing-Bürgschaft können Leasing-Vorhaben besichert werden.

Im Agrarsektor können Betriebe aus Marktfruchtanbau und Viehwirtschaft, aber auch Winzer, Fischzuchtbetriebe und Imker ihre Investitionen und Betriebsmittel mit einer Bürgschaft besichern.

Details zu allen Angeboten der Bürgschaftsbank Hessen auf
www.bb-h.de.

 

Über die Bürgschaftsbank Hessen GmbH

Als aktive Selbsthilfeeinrichtung der Hessischen Wirtschaft fördert die Bürgschaftsbank Hessen GmbH (BB-H) seit mehr als 65 Jahren den wirtschaftlichen Erfolg kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Freiberufler. Für Unternehmer, die ein überzeugendes Konzept vorlegen, stellt die Bürgschaftsbank Hessen Bürgschaften für Kredite oder Beteiligungen. Gesellschafter sind Kammern sowie Verbände aus Handel, Industrie und Handwerk, Kreditinstitute und eine Versicherung.

 

Pressekontakt Bürgschaftsbank Hessen:

Guido Augustin

Tel. 06131 / 48948-10

ga@guidoaugustin.com

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png 0 0 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2022-05-20 12:48:342022-05-20 16:11:39Bürgschaftsbank Hessen beschließt erfolgreiches Geschäftsjahr 2021

Wie es dem Handel geht

Allgemein, Interview, News

Jochen Ruths ist Präsident des Handelsverbands Hessen, Aufsichtsrat der Bürgschaftsbank Hessen und Unternehmer mit einem Modegeschäft in Friedberg. Wir haben ihn zur aktuellen Lage befragt:

Was sind – in aller Kürze – die wichtigsten Aufgaben des Handelsverbandes Hessen und wen vertreten Sie?

Der Handelsverband Hessen vertritt die Interessen von 7.200 Mitgliedsunternehmen mit 200.000 Beschäftigten in 17.000 Arbeitsstätten auf einer Verkaufsfläche von 22 Mio. qm und einem Jahresumsatz der Branche von 51 Mrd. Euro. Professionell, regional und breit aufgestellt, sind wir gemeinsam für die hessischen Händlerinnen und Händler da.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage im Handel, nach zwei Jahren Pandemie und Kriegsausbruch?

In den vergangenen zwei Jahren hat der Verlauf der Pandemie und die damit einhergehenden Lockdowns und Corona-Maßnahmen die Entwicklung der Handelsbranche stark beeinflusst. In zwei Jahren seit dem ersten Lockdown gab es insgesamt 569 Verkaufstage im stationären Handel. An 263 Tage waren unsere Läden (46% der Gesamttage) geschlossen, oder mit Einschränkungen im stationären Nonfoodhandel belegt. In Folge sind die Frequenzen und Umsätze im stationären Handel stark zurückgegangen.

Auch nachdem die 2G-Beschränkungen im Einzelhandel weggefallen sind, erreichen große Teile der Branche nach wie vor nicht das Umsatzniveau der Zeit vor Corona. Am meisten haben nach wie vor Händler in Innenstadtlagen zu kämpfen. Viele Einzelhändler in den Innenstädten verzeichnen nach wie vor ein erhebliches Umsatzminus. So sind ganze Stadtzentren bedroht. In der Folge kommen vor allem die Hauptgeschäftslagen, deren Geschäftsmodell auf hohe Kundenzahlen ausgerichtet ist, nur sehr langsam aus dem Krisenmodus. Dies ist eine dramatische Entwicklung, denn ohne lebendigen Einzelhandel gibt es keine attraktiven Innenstädte und Stadteilzentren.

Besonders stark betroffen sind dabei kleinere und mittelständige Unternehmen in Branchen wie dem Bekleidungs- und Schuhhandel. Von diesen beurteilen mehr als die Hälfte die aktuelle Geschäftslage im Frühjahr 2022 als schwierig.

Der Handelsverband Hessen schaut mit großer Besorgnis und Betroffenheit auf die schrecklichen Entwicklungen in der Ukraine und denkt voller Anteilnahme an die Menschen vor Ort.

Zusammen mit unserem europäischen Dachverband EuroCommerce und anderen europäischen Wirtschaftsverbänden fordern wir, dass diese Maßnahmen mit den USA und anderen Partnern koordiniert werden. Dabei wird unsere Branche die Politik bei den Maßnahmen unterstützen, die notwendig sind. Die Maßnahmen müssen dabei so klar wie möglich gefasst werden, sodass die Unternehmen, die sie einhalten müssen, Rechtssicherheit erhalten. Die Situation hat sich bereits auf unsere Mitglieder ausgewirkt, die in der Ukraine und in Russland tätig sind. Dabei werden Sie politische Unterstützung bei der vor Ort Betreuung ihrer Mitarbeitenden benötigen.

Gibt es in Hessen eine besondere Situation, die sich von der in anderen Bundesländern unterscheidet?

Mit seiner zentralen Lage in der Mitte von Deutschland, umringt von vielen Nachbarn, stand Hessen gerade in den letzten zwei Jahren im Fokus. Das Rhein-Main-Gebiet lebt von seiner Internationalität. Den Wegfall von Messen und Veranstaltungen haben wir in Hessen besonders gemerkt und auch durch die Homeoffice-Regel haben sich viele Kaufgewohnheiten stark verändert und das z.T. nachhaltig. Gleichzeitig war es auf nationaler und regionaler Ebene oft nicht leicht, die unterschiedlichen Regeln während der Corona-Pandemie nachzuvollziehen. Während beispielsweise in Bayern Baumärkte geöffnet hatten, waren bei unseren Nachbarn in Mainz Eisdielen geöffnet. Dabei standen wir Hessen dazwischen und die Regelungen änderten sich teilweise wöchentlich.

Was sind jenseits der Corona-Pandemie und des Krieges in Osteuropa in naher Zukunft die dringendsten Themen des Handels?

Aus dem aktuellen Geschehen ergeben sich Folgen und Herausforderungen für den Handel, die sich nicht isoliert betrachtet lassen. So ist die Entwicklung der Innenstädte ein Zukunftsthema, dass uns auch weiterhin beschäftigen wird. Auch die Digitalisierung im Handel, Stichwort dynamische Entwicklung des Onlinehandels, ist ein allgegenwärtiges Thema. Aber auch Klimawandel und Nachhaltigkeit sind weiterhin Themenschwerpunkte, die uns auch in Zukunft begleiten werden.

Was sind die wichtigsten Wünsche des Handels an die Politik?

Aufgrund der immer noch anhaltenden Folgen der Coronapandemie, bedarf es weiterhin der Unterstützung von Seiten der Politik für den Handel. Wir brauchen eine Investitions- und Innovationsoffensive für Stadt und Handel. Die von der Ampelkoalition geforderte Transformation der Wirtschaft muss durch gezielte Fördermaßnahmen zur Digitalisierung und für den Handelsstandort Innenstadt unterstützt und begleitet werden. Zudem müssen bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung im Einzelhandel und die Aufwertung der beruflichen Bildung zur Zukunftssicherung der Branche geschaffen werden. Viele Händler haben in der Corona-Krise ihre eigenen privaten Rücklagen aufgebraucht und haben jetzt keine Optionen mehr, in die Zukunft zu investieren. Hier ist die Politik aufgefordert, den Händlern unter die Arme zu greifen und dafür Sorge zu tragen, dass diese nicht abgehängt werden.

Welche Bedeutung haben die Sicherheiten der Bürgschaftsbank Hessen bei der Kreditvergabe für Handelsunternehmen?

Die Bedeutung von Bürgschaften spielt eine zentrale Rolle für den Handel, da die aktuellen Geschehnisse (Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg) zu herausfordernden Bankgesprächen führen. Kapital zu erhalten ist somit für viele Teile der Handelsbranche schwierig geworden. Die Bürgschaftsbank Hessen spielt hier eine zentrale Rolle, gemeinsam mit anderen Akteuren aus der Hessischen Wirtschaft wird Verantwortung für unseren Wirtschaftsstandort übernommen, um nachhaltigen Wohlstand zu sichern.

Als Vertreter Ihres Verbandes arbeiten Sie ja eng mit der Bürgschaftsbank Hessen zusammen – wie haben Sie diese Zusammenarbeit bisher erlebt?

Die Zusammenarbeit mit der Bürgschaftsbank Hessen ist auf allen Ebenen unserer Organisationen sehr vertrauensvoll, offen und professionell. Aktuell sind verlässliche Partnerschaften wichtiger denn je. Ich persönlich kann sagen, dass ich mit großer Freude mit meiner fachliche Expertise an der Arbeit der Bürgschaftsbank teilhabe. Gleichzeitig lerne ich immer wieder von den Experten der anderen Wirtschaftszweige und natürlich von den Fachleuten der Bürgschaftsbank.

 

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2022/04/print_20220311_BBH_Ruths_4343-1-scaled.jpg 1181 2560 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2022-04-11 15:16:342022-05-16 10:21:15Wie es dem Handel geht

Zusammenarbeit dank Promotion

Allgemein, Interview, News

Welchen Einfluss haben die deutschen Bürgschaftsbanken auf den Kreditzugang kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)? Mit dieser Frage beschäftigte sich 2014 die Promotion von Anke Valentin an der Edinburgh Napier University. Das Ergebnis war eindeutig: Ohne Bürgschaftsbanken wären viele Kredite gar nicht vergeben worden. Im Rahmen der Studie hatte die Doktorandin 157 kleine und mittlere Unternehmen befragt, die von der Bürgschaftsbank Hessen unterstützt worden waren. Aus der damaligen Doktorandin Anke Valentin ist Frau Prof. Dr. Anke Haag geworden, sie lehrt an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen – jetzt traf sie ihren damaligen Förderer Michael Schwarz, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen wieder.

Frau Prof. Haag hatte seinerzeit selbst an der THM studiert, da diese jedoch kein Promotionsrecht hat – und weil es so spannend war – ging sie für ihre Doktorarbeit nach Edinburgh. Seit 2021 ist sie nun an alter Wirkungsstätte Professorin für allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Corporate Banking.

Seinerzeit hatte Michael Schwarz der Studentin Zugang zu den befragten 157 Unternehmen aus dem Bestand der Bürgschaftsbank Hessen ermöglicht – ein Glücksfall für die junge Frau, die mehrere Institute angefragt hatte, weil so ihr Vorhaben erst möglich wurde. Neben der Wiedersehensfreude freuten sich Frau Prof. Haag und Michael Schwarz auch über die aktuelle PwC-Studie, die im Grunde zum gleichen Ergebnis kommt wie Jahre zuvor die Doktorandin, dass nämlich das Bürgschaftswesen eine wesentliche, in vielen Fälle gar essenzielle Rolle bei der Finanzierung des Mittelstands spielt.

Für die Zukunft avisierten die beiden eine regelmäßige Zusammenarbeit, vor allem sollen Mitarbeiter der Bürgschaftsbank den Studierenden der Betriebswirtschaftslehre aus der Praxis berichten, angedacht ist aber auch eine Neuauflage der Studie aus dem Jahr 2014 anhand neuer Daten, so dass sich auch Entwicklungen ablesen lassen.

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2022/03/haag_2-Kopie-2.jpg 1788 3981 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2022-03-08 21:01:452022-04-07 17:09:28Zusammenarbeit dank Promotion

Bürgschaftsbank Hessen 2021 Garant für eine stabile Wirtschaft

Allgemein, News, Pressemitteilungen

Bürgschaftsbank Hessen auch in 2021 Garant für eine stabile Wirtschaft

189 Millionen Euro Investitionen & Liquidität in 2021 ermöglicht / Corona-Angebote verlängert /Studie belegt enormen Mehrwert der Bürgschaftsbank

 

Wiesbaden. Die Jahresbilanz der Bürgschaftsbank Hessen ist immer auch ein Indikator für die Entwicklung der mittelständischen Wirtschaft im Land. Demzufolge steht die hessische Wirtschaft sehr stabil da. Im vergangenen Jahr konnte die Bürgschaftsbank Hessen 216 Vorhaben hessischer Unternehmen besichern, übernahm 76 Millionen Euro an Bürgschaften und Garantien und ermöglichte so 189 Millionen Euro Investitionen und Liquidität, indem sie fehlende Sicherheiten ersetzte.

Der Bestand an Bürgschaften und Garantien betrug zum Jahreswechsel 338 Millionen Euro, ein neuer Höchstwert. „Dank unseres organischen und nachhaltigen Wachstums können wir immer mehr hessische Unternehmen unterstützen“, freut sich Sven Volkert, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen, „nach dem Ausnahmejahr 2020, das uns alle sehr gefordert hat, sind wir mit dem Jahr 2021 sehr zufrieden – schließlich haben wir unter erschwerten Bedingungen das zweithöchste Ergebnis unserer über 65-jährigen Geschichte geschafft“!

Erneut krisenfest zeigt sich die Gründerszene: Knapp 60 Prozent der verbürgten Vorhaben waren Neugründungen und Übernahmen bestehender Betriebe.

 

Corona-Angebote verlängert

Die Corona-bedingten Erweiterungen des Angebots, die ursprünglich bis zum 31.12.2021 befristet waren, wurden nun verlängert: Bis zum 30. Juni (Antragseingang bis 30.04.) sind Bürgschaften bis 2,5 Millionen Euro und einer Verbürgungsquote bis zu 90 Prozent möglich, die Express-Bürgschaft kann maximal 250.000 Euro betragen, die „Bürgschaft ohne Bank“ bis zu einer Million Euro.

 

Unabhängige Studie belegt Mehrwert der Bürgschaftsbank

Für eine unlängst veröffentlichte Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums wurden repräsentativ 735 mittelständische Unternehmen untersucht. Bei 79 Prozent der Befragten stieg nach dem Engagement der Bürgschaftsbanken der Umsatz, bei 75 Prozent verbesserte sich das Jahresergebnis, bei 77 Prozent wuchs die Zahl der Mitarbeitenden – und 62 Prozent gaben an, dass die Finanzierung erst durch die Bürgschaftsbank möglich wurde.

Dabei wurde das Verhältnis von Kosten und Nutzen berechnet: Jeder Euro, der über eine Bürgschaft oder Garantie vergeben wird, löst einen Investitionsimpuls von 2,12 Euro zusätzlichen Investitionen aus. Hochgerechnet auf alle deutschen Bürgschaftsbanken bedeutet dies: Dank der Bürgschaftsbanken wächst das Bruttoinlandsprodukt um jährlich 2,8 Milliarden Euro und es entstehen jährlich 40.000 neue Arbeitsplätze.

Noch beeindruckender fällt die Gesamtrechnung aus, wenn zusätzliche Steuereinnahmen, Sozialabgaben und Transferleistungen den tatsächlich entstandenen Ausfallzahlungen gegenübergestellt werden: Der wirtschaftliche Nutzen des Bürgschaftswesens übersteigt nämlich die Kosten um das 17-fache, es gibt hier also ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:17.

Zur Zusammenfassung der PWC-Studie hier klicken.

 

Für 2022 moderat höhere Ausfallzahlen erwartet

Die von manchen Beobachtern befürchtete Insolvenzwelle blieb bislang erfreulicherweise aus. Insofern war auch die Risikolage der BB-H in 2021 erfreulich stabil. Die Bürgschaftsbank rechnet im Jahr 2022 mit moderat steigenden Ausfällen gegenüber dem Mehrjahresdurchschnitt. „Teil unseres Geschäftsmodells ist es ja, für eingegangene Bürgschaften und Garantien auch einzustehen, wenn es erforderlich wird, so Michael Schwarz, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen, „auch bedingt durch die staatlichen Hilfen für unsere Unternehmen rechnen wir hier mit einem sanften Nachholeffekt und darauf sind wir auch sehr gut vorbereitet“.

 

Von der hessischen Wirtschaft für die Wirtschaft

Mit einer Bürgschaft oder Garantie der Bürgschaftsbank werden viele Investitionen erst ermöglicht, zudem werden Finanzierungen deutlich preiswerter, da die Bürgschaft der BB-H aus Sicht der Hausbanken eine erstklassige Sicherheit darstellt.

Die Bürgschaftsbank Hessen (BB-H) ist privatwirtschaftlich organisiert, ihre Gesellschafter sind Kammern und Verbände Hessens, dazu Institute der Kredit- und Versicherungswirtschaft. Die BB-H arbeitet wirtschaftlich, aber nicht primär gewinnorientiert. Als Teil der Förderlandschaft wird die Bürgschaftsbank aber auch von der öffentlichen Hand unterstützt: Der Bund und das Land Hessen übernehmen so genannte Rückbürgschaften, tragen also einen Teil des Risikos der Bürgschaftsbank. Volkswirtschaftlich gesehen eine gute Investition.

 

Die Bürgschaftsbank Hessen bietet folgende Produkte an:

Bei der „klassischen Bürgschaft“ führt der Weg zunächst über die Hausbank, bei „Bürgschaft ohne Bank“ hingegen stellen Gründer oder Unternehmensnachfolger, aber auch bestehende Unternehmen, erst einen Antrag bei der Bürgschaftsbank, um sich danach (bei Zusage) die finanzierende Bank zu suchen. Mit der „Express-Bürgschaft“ können Unternehmen bzw. die Hausbanken in der Regel binnen 24 Stunden eine Bürgschaft erhalten. Mit der Leasing-Bürgschaft können Leasing-Vorhaben besichert werden.

Im Agrarsektor können Betriebe aus Marktfruchtanbau und Viehwirtschaft, aber auch Winzer, Fischzuchtbetriebe und Imker ihre Investitionen und Betriebsmittel mit einer Bürgschaft besichern.

Details zu allen Angeboten der Bürgschaftsbank Hessen auf
www.bb-h.de.

 

 

Über die Bürgschaftsbank Hessen GmbH

Als aktive Selbsthilfeeinrichtung der Hessischen Wirtschaft fördert die Bürgschaftsbank Hessen GmbH (BB-H) seit mehr als 65 Jahren den wirtschaftlichen Erfolg kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Freiberufler. Für Unternehmer, die ein überzeugendes Konzept vorlegen, stellt die Bürgschaftsbank Hessen Bürgschaften für Kredite oder Beteiligungen. Gesellschafter sind Kammern sowie Verbände aus Handel, Industrie und Handwerk, Kreditinstitute und eine Versicherung.

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png 0 0 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2022-01-11 11:00:022024-04-07 19:10:14Bürgschaftsbank Hessen 2021 Garant für eine stabile Wirtschaft

Volle Auftragsbücher und Kurzarbeit

Allgemein, Interview

Wie sehen hochrangige und damit sehr gut informierte Vertreter der hessischen Wirtschaft die aktuelle Lage des Landes? Wir haben mit Wolfgang Kramwinkel, dem Präsidenten der Arbeitgeberverbände des hessischen Handwerks (AHH) gesprochen.

Eine Folge der Pandemie ist die zunehmende Materialknappheit. Was bedeutet dies für die Handwerksbetriebe und deren Kunden?

Nicht nur Material ist knapp, auch die Rohstoffpreise steigen. Beides zusammen ist eine unkalkulierbare Situation für Planungen in der Fertigung und Einteilung von Mitarbeitern. Außerdem müssen wir den Kunden leider eine Preisgleitklausel in die Angebote schreiben und können bei Auftragserteilung keine festen Termine nennen, bzw. müssen die Fertigstellungen verschieben.

Die Betriebe haben volle Auftragsbücher, können die Arbeiten jedoch teilweise nicht ausführen, das geht soweit, dass Betriebe Kurzarbeit anmelden müssen. Der Kunde hat die Unsicherheit bei den Preisen und den Lieferzeiten. Man kann heute sagen, dass sich diese Situation bis Mitte 2022 oder sogar bis in den Herbst des nächsten Jahres hinziehen wird. Trotzdem bleiben wir optimistisch, da die Auftragslage im Handwerk noch positiv ist.

Arbeitgeber dürfen ja ihre Mitarbeiter nicht fragen, ob diese gegen Covid19 geimpft sind. Gibt es mittlerweile vermehrt Auftraggeber, die aber genau diese Information verlangen?

Diese Diskussion wird von den meisten Mitarbeitern nicht verstanden. Unseren Kollegen ist bewusst, in welcher Situation der Betriebsinhaber gegenüber seiner Kundschaft ist. Denn die Mitarbeiter sind bei den meisten Gewerken in täglichem Kundenkontakt und diese möchten sicher sein, gesunde Arbeiter bei sich im Umfeld zu haben. Dazu gehört die Pflicht, als Arbeitgeber zu wissen, welchen Status die Mitarbeiter haben, um dem Kunden die Antwort geben zu können, geimpft oder ungeimpft. Ich kenne Fälle, bei denen Kunden abgelehnt haben, Ungeimpfte bei sich arbeiten zu lassen.

Die aktuelle Regelung erschwert außerdem unsere Pflicht, Gefährdungsbeurteilungen für Baustellen und den eigenen Betrieb zu erstellen. Wie kann ich eine Gefahr beurteilen und geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn ich die Randbedingungen nicht kenne?

Was ist Ihr größter Wunsch an die neue Bundesregierung?

Das ist eine ganze Liste:

  • Investitionen stärken, gerade auch im privaten Bereich, da dies im Handwerk als erstes ankommt.
  • Senkung der Steuerlast für Unternehmen, die in Deutschland weit über dem Schnitt der EU liegt.
  • Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung: Um die Zukunftsaufgaben im demografischen Wandel zu bewältigen, brauchen wir diese Anerkennung.
  • endlich Abbau der Bürokratie, dazu klare Ziele definieren, die Digitalisierung dazu nutzen und kurze Genehmigungswege der Behörden.

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2021/11/Kramwinkel_2018_Ausschnitt-1.jpg 2376 2355 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2021-11-30 19:45:402024-04-07 19:05:19Volle Auftragsbücher und Kurzarbeit

Epochale Herausforderungen

Allgemein, Interview

Wie sehen hochrangige und damit sehr gut informierte Vertreter der hessischen Wirtschaft die aktuelle Lage des Landes? Wir haben Michael Konow, den Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda, gefragt.

Herr Konow, die erhoffte Erholung der Wirtschaft in Form eines „V“ scheint sich zumindest in 2021 noch nicht einzustellen. Gibt es aus Ihrer Sicht auch in der Wirtschaft so etwas wie „Long Covid“ und mit welchen Maßnahmen kann die Wirtschaft gegensteuern?

Die Herbstumfrage der IHK Fulda zeigt, dass sich der Geschäftsklimaindex mit 114,5 Punkten wieder auf Vorkrisenniveau befindet. Auch die Arbeitslosenquote im Landkreis Fulda liegt mit 2,7% annähernd auf Vollbeschäftigungsniveau. Insofern beobachten wir insgesamt eine deutliche Erholung. Allerdings nehmen auch die Risiken, die in Teilen auf die Corona-Pandemie zurückgeführt werden können, zu.

Ein „rarer Rohstoff“ sind Fachkräfte. Wie ist aktuell die Lage und welche Maßnahmen können aus Ihrer Sicht abhelfen?

Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Fulda zeigt, dass mit 73% der Fachkräftemangel – noch vor steigenden Energie- und Rohstoffpreisen mit 61% – als größtes Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der kommenden zwölf Monate gesehen wird. Über die Hälfte der regionalen Unternehmen haben Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung und auf einen Bewerber kommen 2,4 offene Ausbildungsplätze. Wir müssen stärker auf die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland setzen. Besonders das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz mit Erleichterungen für Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten sollte zukünftig stärker und unbürokratisch zum Zuge kommen. Daneben müssen wir weiterhin an der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf arbeiten, um gerade die Erwerbstätigkeit von Frauen zu erhöhen.

Was ist Ihr größter Wunsch an die neue Bundesregierung?

Vor uns liegen viele epochale Herausforderungen – ob Abmilderung der Klimakrise, demographischer Wandel, Bewältigung der Corona-Pandemie – die nur gemeinsam mit der Wirtschaft gelöst werden können. Umso mehr hoffe ich, dass der gesellschaftliche Wert des Unternehmertums von der neuen Bundesregierung wieder stärker in den politischen Diskurs genommen wird. Konkrete Forderungen an die neue Bundesregierung haben wir übrigens auf Ebene der hessischen IHKn in einem Impulspapier zusammengetragen. Wenn sich viele unserer Forderungen im Koalitionsvertrag wiederfänden, wäre schon einmal viel gewonnen.

https://bb-h.de/wp-content/uploads/2021/11/Michael-Konow-Alexander-Mengel-1-Kopie-1.jpg 1495 3483 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2021-11-30 19:33:002021-12-20 19:44:53Epochale Herausforderungen

Die Chancen der drei großen D

Allgemein, Interview

Dirk Pollert ist Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände  (VHU) und neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Bürgschaftsbank Hessen. Wir sprachen mit ihm über sein neues Amt und seinen Blick auf die aktuelle Lage.

Herr Pollert, Sie sind der neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende der Bürgschaftsbank Hessen. Was haben Sie sich für Ihre Amtszeit vorgenommen?
Die Wirtschaft muss und wird nach Corona weiter in Fahrt kommen. Dabei gilt es, sowohl die Herausforderungen als auch die großen Chancen des Strukturwandels der drei großen D, der Digitalisierung, der Dekarbonisierung und des Klimaschutzes, sowie der Demografie auszuloten und richtig zu begegnen. Als Bürgschaftsbank müssen wir dafür Sorge tragen, dass wir
Unternehmen und Startups auf dem Weg in die Zukunft behilflich sind. Erforderliche Investitionen und Innovationen müssen möglich sein, auch wenn Corona-bedingt das Eigenkapital geschrumpft ist. Als Bürgschaftsbank müssen wir innovative Unternehmen mit Hebelwirkung für Beschäftigung auf Ihrem Erfolgsweg gezielt unterstützen.
Was sind für Sie die größten Herausforderungen für die Bürgschaftsbank Hessen in den kommenden Jahren?
Im Zuge der digitalen Transformation werden wir die Entwicklung vieler neuer Geschäftsmodelle mit neuen Produkten und hybriden Dienstleistungen erleben. Es wird eine große Herausforderung als Bürgschaftsbank die Chancen und Risiken der neuen Geschäftsmodelle richtig zu beurteilen. Unsere Analysten und Spezialisten für das Kreditgeschäft müssen auch zu Experten für die digitale Transformation und neue Geschäftsmodelle werden. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Gebot des Klimaschutzes. Auch Investoren lassen Unternehmen ohne in den Purpose und den Alltag integriertes Nachhaltigkeitsmanagement als Wettbewerbsfaktor immer häufiger links liegen. Deshalb brauchen wir auch zunehmend entsprechende Expertise bei unserer Bürgschaftsbank.
Wie sehen Sie den Zustand der hessischen Wirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt, welche Chancen und Risiken stehen vor uns?
Zum Glück geht es mit der hessischen Wirtschaft in den meisten Branchen wieder bergauf. An einigen Stelle ist aber noch Corona-Sand im Getriebe. Vor allem die hessische Industrie zeigt sich nach den heftigen Einbrüchen im vergangenen Jahr deutlich erholt, aber noch behindern Lieferengpässe, hohe Energiekosten und teure Rohstoffe in vielen Fällen die Produktion. Die
fehlenden Produkte bremsen wiederum die wieder anziehende Geschäftstätigkeit im Handel, dem Handwerk und dem Dienstleistungsgewerbe. Richtige Sorgen bereiten aber noch das Reise- und das Gastgewerbe. Das Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen liegt weiterhin weit unterhalb des Normalniveaus und zahlreiche Hotels und Gastronomiebetriebe bangen immer noch um ihre Existenz. Digitalisierung und Klimaschutz können wieder neuen Schwung aufnehmen, wenn die Unternehmen bereit sind, die Herausforderung anzunehmen und entsprechend zu investieren. Als Bürgschaftsbank können wir ihnen die eine oder andere Last von den Schultern nehmen und Entscheidungen vereinfachen. Die Politik muss aber ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, indem sie so klar wie irgend möglich kommuniziert wie es in der
Pandemiebewältigung weitergeht und dadurch die Verunsicherung und Investitionsskepsis in den Unternehmen reduzieren.
Sie sind Experte für Arbeitsrecht und wirken seit vielen Jahren alsehrenamtlicher Richter am Bundesarbeitsgericht. Welche Veränderungen in der Arbeitswelt für Arbeitgeber und  Arbeitnehmer zeichnen sich -auch durch Corona beschleunigt- aus Ihrer Sicht ab?
Die für uns alle sichtbarste Veränderung ist die Digitalisierung der Arbeitswelt. Ich meine damit nicht nur die vielen Videokonferenzen, die wir alle in den letzten Monaten hatten. Die Veränderung reicht von agilen Projektmanagement-Methoden, Assistenzsystemen, der Anwendung von Künstlicher Intelligenz bis hin zur Smart Factory. Die Industrie 4.0 führt zur
Arbeit 4.0. Die guten Erfahrungen aus der Coronapandemie werden wir beibehalten, es
wird auf betrieblich erforderliche Präsenz und Dienstreisen gesetzt und Videokonferenz und ortsunabhängiges Arbeiten wird bedarfsgerecht für Beschäftigte und Unternehmen bleiben. Entscheidend ist, dass die Ziele, Aufträge zu generieren, und die richtigen Arbeitserfolge zu liefern, im Fokus bleiben. Dringend notwendig wird eine zeitgemäße Anpassung des
Arbeitszeitgesetzes. Wir müssen von einer Tages- zu einer Wochenbetrachtung kommen, mehr Flexibilität für die Unternehmen schaffen und zeitgleich zu einer an die Lebensumstände der Beschäftigten angepassten Work-Life-Balance beitragen.
https://bb-h.de/wp-content/uploads/2021/09/Freigabe_print_20210719_BBH_GesVers_3223-1.jpeg 2123 2734 Claudia_Saathoff https://bb-h.de/wp-content/uploads/2023/08/BB-H_Logo_340x156.png Claudia_Saathoff2021-09-05 18:01:252021-09-05 18:04:21Die Chancen der drei großen D
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