Seit wenigen Wochen ist Dr. Christof Riess Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bürgschaftsbank Hessen (BB-H). Im Hauptberuf ist er Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Wir haben ihn dazu befragt:

Herr Dr. Riess, worin sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe im Aufsichtsrat der Bürgschaftsbank Hessen?

Mit liegt es sehr am Herzen, die Gestaltung der Zukunft immer am Bedarf der Unternehmen und Handwerker auszurichten. Hier möchte ich unser gemeinsames Netzwerk in Hessen stärken und mich als aktiver Gesprächspartner anbieten.

Gerade im Handwerk stellt die Nachfolge viele vor große Aufgaben. Gibt es aus Ihrer Sicht Verbesserungspotenzial in der Finanzierung solcher Projekte?

Wichtig ist vor allem, dass Handwerker wissen, wer sie unterstützt und wohin sie sich bei Fragen wenden können. Die Handwerkskammern beispielsweise sind starke Partner der Bürgschaftsbank und bieten bei Bedarf Betriebsberatung an. Im Prozess der Nachfolgeregelung trägt hier jeder seinen Teil dazu bei, damit die Abwicklung der Nachfolge reibungslos im Sinne der Betriebe funktioniert. Das müssen wir noch besser kommunizieren.

Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit der BB-H als HGF der Handwerkskammer Frankfurt- Rhein-Main?

Hervorragend. Nicht nur im Bereich der Finanzierung von Vorhaben der Existenzgründung sowie bei der Nachfolge. Auch immer wieder im Feld der Interessenvertretung kleiner und mittleren Unternehmen ergänzen wir uns gut, etwa bei gemeinsamen Veranstaltungen.

Trotz rückläufiger Gründerzahlen in Deutschland ist die Nachfrage von Existenzgründern bei den Bürgschaftsbanken seit 2010 gestiegen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 erhöhte sich die Zahl der mit Bürgschaften unterstützten Neugründer und Nachfolger weiter; ihr Anteil an allen Förderungen lag wie im Gesamtjahr 2017 bei 54 Prozent.

Sicherheiten bei Firmenübernahme

„Demografisch bedingt suchen immer mehr Unternehmen Übernehmer und immer mehr davon nutzen Bürgschaftsbanken, weil bei hoher Ertragskraft, guter Konjunktur und niedrigen Zinsen gleichzeitig die Kaufpreise in die Höhe gehen. Für die Finanzierung werden dann zusätzliche Sicherheiten benötigt. Damit steigt das Volumen der Bürgschaften für Übernahmen weiter an. Dieser Trend dürfte sich noch weiter fortsetzen“, sagt der VDB-Vorsitzende Guy Selbherr.

Steigende Unternehmensnachfolgen

Von den rund 3.000 durch die deutschen Bürgschaftsbanken unterstützten Vorhaben waren 788 Unternehmensnachfolgen – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weitere zwei Prozent mehr. Das Volumen der Bürgschaften und Garantien für Übernahmen stieg mit über sieben Prozent noch deutlicher. Dabei ging auch die Zahl der geförderten Neugründungen um rund ein Prozent nach oben auf 777, das Volumen nur leicht um 0,3 Prozent.

IHK unterstützt bei Anträgen

Positive Signale beim Gründungsgeschehen vermelden auch die die Industrie- und Handelskammern: Laut DIHK-Gründerreport 2018 registrierten sie 2017 bei Gründertagen und Gesprächen erstmals seit sieben Jahren wieder mehr Zulauf und zehn Prozent mehr Teilnehmer als 2016. Ein Viertel aller Stellungnahmen für Fördermittelanträge verfassten die IHKs für Bürgschaftsanträge der Bürgschaftsbanken.

 

Während der diesjährigen Gründerwoche findet der 5. Existenzgründertag in Gießen statt.

In diesem Jahr sind wir – die Bürgschaftsbank Hessen – wieder als Förderinstitut der Hessischen Wirtschaft dabei. Außerdem die Technologie­transfer­gesellschaft TransMIT GmbH, die Existenzgründer/innen unter anderem dabei unterstützt, Patent- und Innovationsförderungen zu beantragen.

Ein Impulsvortrag von Herrn Prof. Sami Sokkar zu „Erfolgsfaktoren in der Existenzgründung: Nicht die Idee allein entscheidet!“ sowie Erfahrungsberichte erfolgreicher Unternehmer/innen im Rückblick auf die Gründung runden das Programm ab.

Weitere Infos gibt es hier.

Vor, während und nach der Existenzgründung sind für Gründer und junge Unternehmer noch längst nicht alle Fragen rund um die Gründung beantwortet. Mit einem Gründercoaching, das nicht nur Existenzgründer sondern auch Selbstständige und junge Unternehmer nach der Gründung in Anspruch nehmen können, lassen sich viele Fragen mit professioneller Unterstützung klären. Studien haben außerdem belegt, dass die Gründer und Unternehmer langfristig am erfolgreichsten sind, die sich professionelle Unterstützung beispielsweise in Form einer Unternehmens- oder Existenzgründerberatung ins Haus geholt haben. Weiterlesen

Am 25. Mai diesen Jahres tritt in Deutschland die Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Betroffen sind nicht nur die „Großen“, sondern alle – egal ob Unternehmer, Einzelkämpfer oder Existenzgründer. Wer mit Daten von Kunden, Mitarbeitern und Dienstleistern zu tun hat, hat ein grundsätzliches Risiko gegen den Datenschutz zu verstoßen. Ab dem 25. Mai drohen hohe Geldbußen. Existenzgründer und Selbstständige sollten daher dringend Maßnahmen ergreifen. Weiterlesen

Bei der Buchführung können Gründer und Selbstständige jede Menge Fehler machen, die schnell existenzbedrohend werden, wenn das Finanzamt mit entsprechenden Nachforderungen kommt. Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. (AWV) unterstützt Existenzgründer, Selbstständige und Unternehmer mit einem Leitfaden bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften in der elektronischen Buchführung.

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert bundesweit die Existenzgründung aus Hochschulen und universitären Forschungseinrichtungen heraus. Das Gründerstipendium EXIST unterstützt dabei Gründer vor allem in der Vorgründungsphase finanziell. Weiterlesen

Wer sich selbstständig im Handwerk machen will, sollte vielleicht einmal über eine Unternehmensnachfolge nachdenken. Nach einer aktuellen Untersuchung der Creditrefom Wirtschaftsforschung befassen sind fast Hälfte aller Inhaber von Handwerksbetrieben in Deutschland mit dem Thema Unternehmensnachfolge. Weiterlesen

Die Sozialversicherungspflicht ist für Arbeitnehmer gesetzlich vorgeschrieben. Ziel ist die Absicherung von Notlagen, in die jeder schnell geraten kann. Zu den Sozialversicherungen zählen die Kranken- und Pflegeversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung, die Arbeitslosenversicherung und die gesetzliche Rentenversicherung. Weiterlesen

Laut dem aktuellen Global Entrepreneurship 2018 belegt Deutschland auch im vergangenen Jahr wieder einen Platz unter den 15 besten Ländern. Die Plätze eins bis drei werden von den USA, Schweden und Kanada gehalten. Im Vergleich zu den drei bestplatzierten hat Deutschland allerdings noch auf vielen Gebieten einigen Nachholbedarf. Weiterlesen