„Verlässliche Finanzierung ist das Fundament für Zukunft im Handwerk“

Mit Pierre Schlosser gewinnt der Aufsichtsrat der Bürgschaftsbank Hessen eine starke Stimme aus dem Handwerk. Als Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden kennt er die Herausforderungen, vor denen kleine und mittlere Betriebe stehen – von der Unternehmensnachfolge bis zur Investition in moderne Strukturen. Im Interview spricht er über seine Rolle im Gremium, aktuelle Finanzierungsfragen und die Bedeutung guter Zusammenarbeit.

Was bedeutet es für Sie persönlich, Mitglied des Aufsichtsrates der Bürgschaftsbank Hessen zu sein?

Es ist für mich eine große Ehre und zugleich eine Verantwortung, die Interessen des Handwerks in Hessen auch in diesem wichtigen Gremium vertreten zu dürfen. Ich sehe darin die Chance, Finanzierungswege für Betriebe weiter zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks nachhaltig zu stärken.

Wie sehen Sie die Rolle der Bürgschaftsbank Hessen speziell für das Handwerk in Hessen?

Die Bürgschaftsbank ist ein verlässlicher Partner, gerade für kleine und mittlere Betriebe, die ohne starke Sicherheiten oft keinen Zugang zu Krediten haben. Sie schafft Vertrauen zwischen Banken und Betrieben und macht so Investitionen möglich, die unsere handwerkliche Vielfalt sichern.

Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen für Handwerksbetriebe bei der Finanzierung von Investitionen oder Betriebsübernahmen?

Viele Betriebe stehen vor der Herausforderung, Nachfolgen zu regeln und dafür passende Finanzierungen aufzustellen. Gleichzeitig brauchen sie Luft für Innovationen und Investitionen in Digitalisierung oder Nachhaltigkeit. Hier gilt es, bürokratische Hürden zu senken und Betriebe bestmöglich zu begleiten.

Welche Impulse möchten Sie aus der Perspektive des Handwerks in den Aufsichtsrat einbringen?

Mir ist wichtig, dass wir die Praxisnähe des Handwerks im Blick behalten und passgenaue Lösungen entwickeln. Ich möchte dazu beitragen, dass Gründungen, Übernahmen und Investitionen auch für kleine Betriebe realisierbar bleiben. Dafür braucht es eine enge Abstimmung mit Kammern, Innungen und Hausbanken.

Inwiefern kann das neue ERP-Förderprogramm Gründung und Nachfolge gerade im Handwerk einen Unterschied machen?

Gerade im Handwerk ist Nachfolge ein zentrales Thema, um Betriebe und Arbeitsplätze zu sichern. Das ERP-Programm kann helfen, Hemmschwellen abzubauen und mehr Gründerinnen und Gründer zu motivieren, Verantwortung zu übernehmen. Wichtig ist dabei, dass die Programme einfach zugänglich sind.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach die Zusammenarbeit zwischen Kammern, Hausbanken und Bürgschaftsbank für den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe?

Nur wenn alle an einem Strang ziehen, gelingt es, Betriebe zukunftsfest aufzustellen. Die Kammern kennen die Betriebe vor Ort und sind von Beginn an in Übernahmeprozesse eingebunden, die Banken bringen die Finanzierung, und die Bürgschaftsbank gibt Sicherheit. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend für Stabilität und Wachstum im Handwerk.

Was möchten Sie als neues AR-Mitglied in den nächsten Jahren besonders in den Blick nehmen?

Ich möchte mich dafür einsetzen, dass auch künftig genügend Gründerinnen und Gründer den Mut finden, Betriebe zu übernehmen oder neu zu starten. Außerdem ist mir wichtig, dass die Angebote der Bürgschaftsbank Hessen noch bekannter werden und passgenau auf die Bedarfe des Handwerks ausgerichtet bleiben. Gemeinsam können wir so die Zukunftsfähigkeit unserer Betriebe sichern.

„Die Landwirtschaft braucht Brückenbauer zwischen Risiko und Investition“

Sebastian Schneider, Landwirt und Vertreter des Hessischen Bauernverbands, ist neues Mitglied im Aufsichtsrat der Bürgschaftsbank Hessen. Im Interview spricht er über seine Motivation, die Bedeutung der Bürgschaftsbank für die Finanzierungssicherheit in der Landwirtschaft und die entscheidende Rolle, die smarte Finanzierung für die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe spielt. Sein Credo: Transformation braucht Kapital – und verlässliche Partner, die den ländlichen Raum nicht aus den Augen verlieren.

Was hat Sie bewogen, Mitglied des Aufsichtsrates der Bürgschaftsbank Hessen zu werden?

Es ist die Überzeugung, dass unternehmerischer Mut in der Landwirtschaft verlässliche Partner braucht – besonders in Zeiten struktureller Unsicherheit und wachsender Finanzierungshürden. Die Bürgschaftsbank ist kein anonymer Geldgeber, sondern ein stabilisierender Faktor für wirtschaftliche Initiativen im ländlichen Raum. Die Landwirtschaft braucht Brückenbauer zwischen Risiko und Investition – in dieser Rolle sehe auch ich mich.

Welche Bedeutung hat die Bürgschaftsbank aus Ihrer Sicht für die Finanzierungssicherheit in der hessischen Landwirtschaft?

Die Bedeutung ist kaum zu überschätzen. So zeichnet etwa der jüngste Situationsbericht zur deutschen und hessischen Landwirtschaft ein klares Bild: Die Investitionszurückhaltung, gerade im Bereich der Tierhaltung, ist Ausdruck eines tiefen strukturellen Vertrauensverlustes. Wer Investitionen ermöglicht – dort, wo die Banken längst zögern –, der schützt nicht nur Existenzen, sondern fördert Innovation. Die Bürgschaftsbank schafft genau diesen Freiraum, in dem Zukunft gedacht und gewagt werden kann. Sie ist Katalysator für Generationenwechsel, Umbauprojekte und neue Betriebszweige.

Wo sehen Sie die größten Finanzierungshemmnisse für landwirtschaftliche Betriebe – insbesondere im Hinblick auf den Generationenwechsel?

Die Haupthemmnisse lassen sich bündeln: Unsicherheit, Bürokratie, Kapitalzugang. Der Situationsbericht belegt den Investitionsrückgang als direkte Folge politischer Intransparenz und mangelnder Verlässlichkeit. Junge Betriebsnachfolger finden sich in einem Dickicht aus Umweltauflagen, Fördervorgaben und steuerlicher Komplexität wieder. Investitionen sind ein Wagnis mit hohem Eigenrisiko, aber mit wenig Risikopuffer. Wo öffentliche Kreditwirtschaft zurückweicht, muss die Bürgschaftsbank umso stärker als Partner auftreten. Ohne gezielte Entlastung und Flexibilisierung bleibt die Gefahr eines Strukturbruchs omnipräsent.

Was möchten Sie als Vertreter des Hessischen Bauernverbands in die strategische Arbeit des Aufsichtsrates einbringen?

Erstens: die Perspektive der Praxis als klarer Kompass. Zweitens: die Realität des ländlichen Raums, der eben kein Freilichtmuseum, sondern ein dynamischer Wirtschaftsstandort ist. Und drittens: eine Brückenfunktion zwischen Politik, Kapital und bäuerlicher Lebenswirklichkeit. Die Weiterentwicklung der Landwirtschaft wird nicht durch Leitplanken von oben gelingen, sondern durch intelligente Finanzierung vor Ort. Neben ihrer Rolle als Risikopuffer könnte sich die Bürgschaftsbank hier strategisch noch stärker als Innovationstreiber positionieren.

Die Landwirtschaft steht vor tiefgreifenden Transformationsprozessen – welche Rolle kann die BB-H hier künftig spielen?

Transformieren heißt: investieren. Und zwar nicht trotz, sondern wegen der Unsicherheit. Die Bürgschaftsbank kann hier zum „ersten Ermöglicher“ werden: für neue Tierhaltungssysteme, digitale Betriebsmodelle, Betriebszweigentwicklungen in den Bereichen Erneuerbare Energien oder Direktvermarktung. Ich weise mit Nachdruck auf die enorme Produktivitäts- und Anpassungsleistung des landwirtschaftlichen Sektors hin – aber auch auf die Gefahr einer Dekapitalisierung. Transformation ohne Kapital ist wie Umbau ohne Gerüst. Und eben jenes kann die Bürgschaftsbank sein.

Welche Erwartungen haben Sie persönlich an die Zusammenarbeit mit den anderen Aufsichtsratsmitgliedern und der Geschäftsführung?

Ich wünsche mir eine Zusammenarbeit, die geprägt ist von Realitätssinn und wirtschaftlichem Verständnis. Das Agribusiness mitsamt der Primärproduktion ist ein wesentlicher Teil unserer gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung, welches keine wohlmeinenden Konzepte mehr braucht, sondern belastbare Lösungen. Wer in diesem Segment Finanzierung ermöglicht, investiert nachhaltig in die wirtschaftliche Substanz des Landes. Ich erwarte einen Aufsichtsrat, der sich als Strategie-Gremium versteht. Mit einem wachen Blick für Chancen jenseits der klassischen Kreditwürdigkeit und mit Verständnis für die volkswirtschaftliche Dimension. Gerade auch mit einer Geschäftsführung, die Mut zur Pionierrolle beweist, kann die Bürgschaftsbank zum strategischen Partner der Landwirtschaft in Hessen werden und Finanzierungslösungen im ländlichen Raummaßgeblich mitgestalten.

Interview mit Dirk Pollert, dem stv. Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Bürgschaftsbank Hessen

Sie haben die letzten 3 Jahre den Aufsichtsrat der Bürgschaftsbank Hessen geleitet. Welche Begebenheit aus Ihrer Amtszeit ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Eine einzelne Begebenheit habe ich nicht. Ich freue mich aber sehr, dass die Bürgschaftsbank auf einem guten Weg ist, zu einem Player in der Breite und Vielfalt unserer hessischen Startup- und Gründerszene zu werden. Zudem freue ich mich sehr, dass wir die Nachfolge in unserer Geschäftsführung mit Udo Theuerkorn im vergangenen Sommer so gut besetzt bekommen haben.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage für mittelständische Unternehmen in Hessen ein?

Die Situation für mittelständische Unternehmen in Hessen derzeit ist durchwachsen und herausfordernd. Während die Breite der Wirtschaft stagniert, befindet sich die Industrie in einer Rezession. Gründe dafür sind u.a. der Fachkräftemangel, hohe Energie- und Rohstoffpreise, Lieferkettenprobleme sowie geopolitische Unsicherheiten. Resilienz und Innovationskraft der hessischen Unternehmen sind jedoch bemerkenswert und viele setzen verstärkt auf Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringlichsten Handlungsfelder zur Stabilisierung der Wirtschaft?

Zur Stabilisierung der Wirtschaft in Hessen sind folgende Maßnahmen entscheidend: Bürokratieabbau, Sicherstellung einer bezahlbaren Energieversorgung, Bekämpfung des Fachkräftemangels durch Bildungs- und Qualifizierungsprogramme sowie durch eine erhebliche Beschleunigung der Fachkräfteeinwanderung, mehr Tempo z.B. bei Genehmigungsverfahren, Förderung von Innovation und Digitalisierung sowie stabile und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen. Diese Maßnahmen stärken die Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsbereitschaft der mittelständischen Unternehmen nachhaltig.

Wie erklären Sie einem Außenstehenden, was die Bürgschaftsbank so wertvoll macht?

Die Bürgschaftsbank Hessen unterstützt Unternehmen, insbesondere KMU, Jungunternehmen und Start-ups, durch die Übernahme von Bürgschaften und Garantien, was ihnen den Zugang zu Finanzierungen erleichtert. Sie trägt entscheidend zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in Hessen bei und fördert Innovationen und insbesondere auch neue Geschäftsmodelle, was sie zu einem unverzichtbaren Partner für die hessische Wirtschaft macht.

Wenn Sie für die Bürgschaftsbank einen Wunsch frei hätten, welcher wäre dies?

Ich wünsche mir, dass die Bürgschaftsbank auch in Zukunft ihr gutes Urteilsvermögen, aber stets auch eine glückliche Hand, bei der Bewertung von Risiken behält, um erfolgreich innovative Geschäftsideen zu unterstützen und zu fördern. Noch besser gelingt ihr dies, wenn, weiter wie bisher, gezielt am Ausbau der digitalen Präsenz und der Modernisierung der Kommunikationskanäle gearbeitet wird. Dies erhöht die Sichtbarkeit und verbessert den Zugang der KMU, Jungunternehmen und Startups zu den Serviceleistungen und Angeboten, die im Strukturwandel als Teil der Förderlandschaft in Hessen weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Interview mit Dr. Christof Riess, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Bürgeschaftsbank Hessen

Sie leiten jetzt den Aufsichtsrat der Bürgschaftsbank Hessen. Was sehen Sie hier als Ihre wichtigste Ausgabe an?

Unsere hessische Wirtschaft stärken und Entwicklungsmöglichkeiten für Betriebe schaffen – das sind die wichtigsten Ziele der Bürgschaftsbank und der Aufsichtsrat stützt und lenkt dabei. Die Mitglieder des Aufsichtsrats beaufsichtigen die Geschäftsführung und stehen ihr mit Erfahrungen aus verschiedenen beruflichen Hintergründen beratend zur Seite. Gerade in Zeiten, die von Veränderungen und damit verbunden Unsicherheiten geprägt sind, ist ein verlässlicher Partner für Handwerksbetriebe und Unternehmen umso wichtiger. Dieser zuverlässige Partner wollen wir als Bürgschaftsbank Hessen für die heimischen Betriebe sein.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage des Handwerks in Hessen ein?

Wir als Gesellschaft stehen vor vielfältigen Herausforderungen, z.B. die Digitalisierung und die Energiewende, und das Handwerk in Hessen arbeitet jeden Tag an der praktischen Umsetzung. Man denke nur an die Bereitstellung der Infrastruktur für die E-Mobilität oder an die Beratung von Kunden zum Thema Wärmewende und Heizung. Ohne das Handwerk schaffen wir die Transformation nicht, so viel steht fest. Parallel beschäftigt die Branche der demografische Wandel und der Fachkräftemangel. Bei vielen Betrieben steht in den nächsten Jahren ein Führungswechsel an und die Frage ist, welche gut ausgebildeten Handwerkerinnen und Handwerker diese Rolle übernehmen können oder möchten.

Es gilt – gerade bei jüngeren Generationen sowie ihren Eltern als deren Ratgeber – das Handwerk wieder attraktiv zu machen und die vielfältigen und zukunftsträchtigen Möglichkeiten aufzuzeigen, die das Handwerk bietet. Dabei müssen wir als moderne Arbeitgeber auch gezielt auf die Bedürfnisse und Fragen der jungen Generationen eingehen und mit der Zeit gehen. Für das Funktionieren unserer Gesellschaft leistet das Handwerk einen wichtigen Beitrag und für junge Menschen bietet es echte, verlässliche Entwicklungschancen.

Was sind hier aus Ihrer Sicht die dringlichsten Handlungsfelder?

Ich nenne drei: Erstens die Ausbildung im Handwerk stärken, zweitens durch den Abbau von Bürokratie Raum für Entwicklung geben und drittens digitale Technologien sinnvoll im Handwerk und in anderen Unternehmen einsetzen.

Während das dritte Handlungsfeld als Aufgabe und Chance bei den Betrieben selbst liegt, brauchen wir für positive Entwicklungen in den ersten beiden Handlungsfeldern auch die Unterstützung und Wertschätzung von den Familien und von den Schulen sowie von der Politik.

Was macht die Bürgschaftsbank aus Ihrer Sicht so wertvoll?

Für die hessischen Betriebe ist die Unterstützung der Bürgschaftsbank Hessen bei der Verwirklichung ihrer Zukunftspläne von unschätzbarem Wert. Gerade in einem aktuell so volatilen Umfeld braucht die Wirtschaft verlässliche Unterstützung und die richtigen Partner. Ohne diese könnten viele Betriebe ihre Vorhaben nicht umsetzen, was sich wiederum auch auf unsere Gesellschaft auswirken würde. Denn da, wo Betriebe verschwinden oder um ihre Existenz bangen, können Bürgerinnen und Bürger bestimmte Dienstleistungen auch nicht abrufen oder müssen lange Wartezeiten einplanen. Mit all‘ den Folgen, die wir derzeit an vielen Stellen beobachten müssen. Als Mitgesellschafter und Teil des Bürgschaftsausschusses informieren wir als Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main unsere Mitglieder und beraten sie zu möglichen Bürgschaften für neue Projekte, von der Gründung bis hin zur Betriebsübernahme.

Wenn Sie für die Bürgschaftsbank einen Wunsch frei hätten, welcher wäre dies?

Ich wünsche mir, dass der Gesellschaft und den Akteuren aus Politik und Bildung bewusster wird, wie wichtig die heimische Wirtschaft und unsere hessischen Betriebe – auch und gerade das Handwerk – für uns alle sind. Dieses Bewusstsein und das daraus resultierende Wissen sollte jenseits von sonntäglichen Reden konkretes Handeln zur Folge haben. Es sollten gezielte und realistisch umsetzbare Maßnahmen getroffen und in Gang gesetzt werden, um unsere Betriebe zu sichern, Bürokratie zurückzufahren und den Nachwuchs zu fördern – anstatt nur darüber zu sprechen, wie wichtig der Schutz und die Förderung der heimischen Wirtschaft ist. Es ist an der Zeit, konkret zu handeln.

 

Am idyllischen Edersee entstand eine einmalige Adventure Golf-Anlage. Möglich wurde dieser touristische Magnet durch das Zusammenspiel einer engagierten Hausbank, nämlich der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, der IHK Kassel-Marburg und der Bürgschaftsbank Hessen, die für den Kredit des Unternehmers die notwendigen Sicherheiten stellte. Hier erzählt Ralph Hübschmann, Vorsitzender der Regionalversammlung Waldeck-Frankenberg innerhalb der IHK Kassel-Marburg, wie er das Projekt bewertet.

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Am idyllischen Edersee entstand eine einmalige Adventure Golf-Anlage. Möglich wurde dieser touristische Magnet durch das Zusammenspiel einer engagierten Hausbank, nämlich der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, der IHK Kassel-Marburg und der Bürgschaftsbank Hessen, die für den Kredit des Unternehmers die notwendigen Sicherheiten stellte. Hier erzählt Sparkassenvorstand Jürgen Trumpp, wie es zu der Gründung kam.

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Am idyllischen Edersee entstand eine einmalige Adventure Golf-Anlage. Möglich wurde dieser touristische Magnet durch das Zusammenspiel einer engagierten Hausbank, nämlich der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, der IHK Kassel-Marburg und der Bürgschaftsbank Hessen, die für den Kredit des Unternehmers die notwendigen Sicherheiten stellte. Hier erzählt Florian Friedrich, wie es zu der Gründung kam.

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Susanne Haus vertritt als Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main rund 153.000 Handwerkerinnen und Handwerker. Wir sprachen mit ihr über ihre Sicht auf die aktuelle Situation im Handwerk.

Wie bewerten Sie als Präsidentin einer großen Handwerkskammer aktuell die Gesamtsituation im Handwerk?

Die Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen – von der Energiewende über den Fachkräftemangel bis hin zur Digitalisierung – und wir als Handwerkerinnen und Handwerker packen als wichtiger Teil der Gesellschaft jeden Tag mit an. Wir setzen die Transformation ganz praktisch um, sei es bei der zukunftsorientierten Ausbildung von Jugendlichen, dem Einsetzen digitaler Tools oder bei der effizienten Sanierung von Gebäuden.

Gerade im Bauhandwerk geht die Sorge um, der Rückgang der Bauaktivitäten könnte dem Handwerk schaden. Wie sehen Sie das?

Ganz klar, das Baugewerbe durchlebt bei hohen Zinsen, steigenden Preisen und einem Einbruch bei den Baufinanzierungen und -genehmigungen eine sehr herausfordernde Zeit. Im Baugewerbe arbeiten mehr als 50 Prozent der Handwerkerinnen und Handwerker in Deutschland! Selbst wenn es jetzt noch Aufträge gibt, die abgearbeitet werden können: Die Bauhandwerke brauchen stabile Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und sinnvolle Anreize, damit die Bautätigkeiten kurzfristig wieder in Schwung kommen.

Was sind die entscheidenden Faktoren, um im Handwerk heute und morgen genügend Nachwuchs wie auch Fachkräfte zu gewinnen?

Faktor 1: Die Vorurteile gegenüber dem Handwerk müssen aus den Köpfen der Eltern und der jungen Menschen raus. Das Handwerk steckt voller zukunftsfähiger Karriereoptionen, persönlicher Entwicklungsmöglichkeiten und bietet am Ende des Tages eine hohe Zufriedenheit mit der geleisteten Arbeit. Das Handwerk macht aus Personen Persönlichkeiten.

Faktor 2: Handwerksberufe gehören als gleichwertige Option neben dem Studium in die Berufsorientierung, auch an Gymnasien. Die BO muss stärker und kontinuierlicher im Stundenplan verankert werden und das über den ganzen Zeitraum des Schulbesuchs.

Faktor 3: Das Handwerk selbst muss sich als attraktiver Arbeitgeber zeigen und die potenziellen Fachkräfte mit Themen adressieren, die ihnen wichtig sind: Persönlichkeitsentwicklung, Sinnhaftigkeit und Wertschätzung und nicht zu vergessen der Klimaschutz.

Welche Rolle spielt Digitalisierung heute im Handwerk, welche Chancen und Herausforderungen dominieren da?

Die Digitalisierung in Verbindung mit der KI ist im Handwerk längst angekommen und zieht sich durch alle Bereiche eines Handwerksbetriebs – von der Ausbildung über die Betriebsführung bis hin zur Kundenkommunikation. Als Chancen sehe ich die Optimierung von Prozessen, die Steigerung von Effizienzen und die Entlastung bei alltäglichen Aufgaben. Herausforderungen sind neben Datensicherheit die notwendigen Qualifikationen der Belegschaften und Nachwuchskräfte. Wenn die Betriebe hier klug aufgestellt sind, ist das sicherlich auch eine gute Visitenkarte für die betriebliche Kommunikation und Werbung.

Welchen Beitrag kann das Handwerk leisten, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen?

Das Handwerk nimmt eine der entscheidenden Schlüsselrollen im Klimaschutz ein: Rund 490.000 Betriebe mit über 3,1 Millionen Beschäftigten in knapp 30 Gewerken setzen in Deutschland die Wärme, Energie- und Mobilitätswende um. Unsere Fachkräfte dämmen Gebäude, installieren Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen oder bauen die Infrastruktur für die E-Mobilität. Ohne das Handwerk und seine Kompetenz bewegt sich in Sachen Klimaschutz wenig.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit zwischen Ihrem Haus und der Bürgschaftsbank Hessen?

Als Mitgesellschafterin und Teil des Bürgschaftsausschusses empfindet es die HWK Frankfurt-Rhein-Main als Privileg, Handwerksbetriebe bei der Verwirklichung ihrer Zukunftspläne unterstützen zu können: Wir informieren unsere Mitglieder und beraten über mögliche Bürgschaften für neue Projekte, von der Gründung bis hin zur Betriebsübernahme.

Wenn Sie in Ihrer Rolle als Kammerpräsidentin einen Wunsch frei hätten, was wäre das?

Mein Wunsch: Alle Jugendlichen in Deutschland absolvieren vor dem Schulabschluss ein mehrwöchiges Praktikum in einem Handwerksbetrieb ihrer Wahl. Ich bin mir sicher, dass viele überrascht wären, wie viel Spaß und Sinn ein Beruf macht, bei dem man Hand und Kopf braucht! Ein hoffentlich positiver Nebeneffekt wäre, dass das Wissen und die Wertschätzung für die handwerklichen Berufe bei den jungen Menschen steigen würde.

Die Bürgschaftsbank Hessen war zu Besuch auf dem Baumwipfelpfad „Forest Adventures“ in Bad Camberg. Dort sprachen wir mit den Beteilgten der Mainzer Volksbank (MVB), die als Hausbank der Gründer das Vorhaben unterstützt hat.

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Michael Schwarz ist seit dem 1. Januar 2005 Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen und wechselt zum September in den aktiven Ruhestand. In der Zeit ist viel passiert auf der Welt, in Deutschland und in Hessen.

Herr Schwarz, welche Veränderung in Ihrem Hause war für Sie die bedeutendste in Ihrer Zeit als Geschäftsführer?

Das war die schon vor meinem Eintritt in die BB-H begonnene Entwicklung zu einem aktiven Dienstleister für die hessischen Unternehmen, aber auch für Banken und Sparkassen, mit denen wir sehr gut zusammenarbeiten. Dies hat sich immer weiter ent- wickelt und verstetigt. Wir sind ein aktiver und mobiler Dienstleister und in ganz Hessen präsent.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung für die hessische Wirtschaft in den kommenden Jahren?

Wir haben drei Corona-Jahre hinter uns. Die Folgen gebrochener Lieferketten, belasten die Unternehmen zum Teil noch immer. Für die von den Unternehmen hierfür aufgenommenen KfW-Darlehen setzt nun die Tilgung ein. Durch den Krieg in der Ukraine und die Folgen hieraus kommt die Wirtschaft nicht auf einen positiven Pfad. Gleichzeitig haben wir in Deutschland einen Stau bei Unterneh- mensinsolvenzen. Es ist zu befürchten, dass eine Welle entstehen könnte, die vermehrt Unternehmen mitreißt.

Was geben Sie Ihrem Nachfolger auf den Weg, worum sollte er sich besonders kümmern?

Die Bürgschaftsbank Hessen ist gut aufgestellt. Wir haben sehr gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte. Unsere Risikotragfähigkeit ist robust. Wenn das so bleibt, wird die Bürgschaftsbank weiterhin ein stabiler Fels in der Bandung sein.

Sie stammen ja aus dem Norden Deutschlands und leben nun schon lange im idyllischen Rheingau. Bleiben Sie Hessen auch nach dem Ende Ihrer beruflichen Zeit erhalten?

Als ich jung war und gefragt wurde, wo ich gerne leben würde, hatte ich gesagt: „Entweder an der Ostsee oder am Starnberger See.“ Das Leben hat uns dann in die Mitte Deutschlands nach Hessen geführt. Hier fühlen wir uns sehr wohl. Angenehm ist für uns auch die Nähe zum Frankfurter Flughafen als Tor zur Welt, die wir gerne noch etwas weiter erkunden möchten. Kurzum, wir leben sehr gerne in Hessen, am Rhein, im Rheingau und wollen hier bleiben.